AUSGABE #7

Bin back aus Norwegen 🇳🇴 🥳 Ab heute wieder das volle Programm mit allen drei Rubriken.

Kurz in eigener Sache: Seit August bin ich solo und unabhängig für Marken unterwegs. Ich schaue mir Amazon-Ads-Accounts von außen an und sage Marken, wo Geld liegt und wo welches verbrennt. Details findet ihr hier. Wenn ihr mal über euren Account quatschen wollt, schreibt mir einfach.

Für den Radar ändert das nichts, außer dass jetzt mehr Konten auf meinem Tisch liegen als vorher. Ich bin seit über 12 Jahren in dieser Bubble unterwegs und habe nicht vor, da rauszugehen. Was ich in den Accounts finde, landet weiter hier 😉

Danke an alle, die schon abonniert haben. Das ist gerade ein richtig gutes Gefühl!!!

Viel Spaß mit der neusten Ausgabe!

Flo

AUF DEM RADAR

SP laufen jetzt auch außerhalb von Amazon. Mit deinen normalen Geboten

In den Kampagneneinstellungen jeder Sponsored-Products-Kampagne steht seit Kurzem: "Wählen Sie aus, wo Ihre Werbeanzeigen erscheinen." Zwei Optionen, Reichweite außerhalb von Amazon erhöhen oder Reichweite auf Amazon beschränken.

Die erste ist standardmäßig gesetzt. Auch in Kampagnen, die seit Jahren laufen.

Übrigens: Deine Gebotsanpassungen greifen außerhalb von Amazon nicht. Das steht so in Amazons Hilfe:

Gebotsanpassungen für die obersten Suchergebnisse und Produktseiten gelten nicht für Platzierungen außerhalb von Amazon. Dynamische Gebote und andere Gebotsstrategien gelten jedoch für Platzierungen außerhalb von Amazon.

Off Amazon zählt also nur das Basisgebot. Und genau da liegt vielleicht der Weg, die Reichweite trotzdem zu nutzen. Die Conversion Rate ist meistens deutlich niedriger als auf Amazon. Wenn du mit entsprechend niedrigen Basisgeboten arbeitest, kann das aufgehen.

Was ich in Europa dazu an Daten sehe: nichts. Im Platzierungsbericht taucht "außerhalb von Amazon" bisher schlicht nicht auf. Entweder spielt Amazon noch nicht aus oder wir sehen es noch nicht.

Auch wenn es am Ende nur einen kleinen Teil des Budgets betreffen sollte: Ich würde zur Sicherheit erstmal alle Kampagnen auf "Reichweite beschränken" stellen. Dann gezielt testen. Umstellen geht bisher übrigens nur Kampagne für Kampagne, die Bulk-Spalte dafür gibt es erst in den USA.

Wer die Reichweite behalten will, aber einzelne Seiten, Apps oder Creator loswerden möchte: dafür gibt es die Negativliste in den Kontoeinstellungen, sie gilt kontoweit.

Takeaway: Block dir Zeit, stelle deine Kampagnen um. Reichweite auf Amazon beschränken sollte DEIN Default sein. Testen geht aber immer!

AUS DER PRAXIS

Genau oder Erweitert? Amazon hat für dich schon entschieden

Kleiner Nachtrag zum Thema Expanded Product Targeting, das ich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig in deine Hirnrinde jage: beim Einbuchen von Product Targets versucht dir Amazon standardmäßig das erweiterte Targeting unterzujubeln. Es gibt nämlich zwei zur Auswahl:

Genau: Richten Sie das Targeting auf ein einzelnes Produkt aus.

Erweitert: Richten Sie das Targeting auf ein einzelnes Produkt sowie ähnliche Produkte aus, die eng damit verwandt sind. Dies kann Ersatz-, Ergänzungs-, und andere Produkte umfassen, mit denen sich Käufer im Zusammenhang mit dem Originalprodukt beschäftigen.

Klingt nach einer Wahl, du musst auch aktiv eingreifen. In der englischen Hilfe schreibt Amazon:

It is the default setting for campaigns. The Expanded box next to the targeted product will be automatically selected during campaign set-up.

Erweitert ist also der Normalfall, Genau ist die Ausnahme, die du selbst herstellen musst.

Was Erweitert konkret tut: Amazon sucht dir laufend verwandte Product Targets dazu, Ersatzprodukte, Ergänzungen und stellt die Auswahl täglich neu zusammen. Grundlage sind frühere Interaktionen und Views. Du siehst es im Reporting nur am Präfix "Product-expanded", im Bulk-File an asin-expanded= statt asin=.

Der Zwei-Minuten-Check, bevor du irgendwas änderst:

  1. Bulk-File ziehen.

  2. Spalte "Targeting" nach asin-expanded= filtern.

  3. Check mal die Performance und vergleich sie mit den normalen Product Targets

Wenn da ein Wert rauskommt, der mies ist, musst du handeln. Wie, habe ich in Radar #4 umrissen - kurz: Nuller killen, teure Konverter runterbieten, echte Gewinner als eigenes enges Target harvesten.

Und für alles, was du ab jetzt neu anlegst, triffst du die Entscheidung selbst. Erweitert bitte nur da, wo du bewusst neue Targets finden willst und den Harvesting-Loop auch wirklich fährst.

Takeaway: Erweitert ist Amazons Voreinstellung beim Anlegen von Product Targeting Kampagnen. Filter dein Bulk-File einmal nach asin-expanded= und schau, wie viel bei dir so entstanden ist.

EHRLICH GESAGT

Amazon baut mehr und mehr Inventar auf…

Amazon baut sich mittelfristig sein eigenes Gegenstück zu den Performance-Max-Kampagnen, die wir von Google Ads kennen. Kontrolle, die wir irgendwann freiwillig abgeben, weil Amazons Algorithmen einfach liefern.

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, mit der Amazon sein Ads-Flywheel drehen wird.

Schau dir an, was in den letzten Monaten dazugekommen ist. Eine Beta, in der die KI dir alle 12 bis 24 Stunden neue Keywords und Produkt-Targets hinzufügt. Platzierungen außerhalb von Amazon. Seit dem 10. August auch Creator-Inhalte aus dem Influencer-Programm.

Alle zeigen in die gleiche Richtung: Amazon hat sich in kurzer Folge sehr viel zusätzliche Werbefläche erschlossen. Und der größte Teil davon wird schwächer performen als das, was wir bisher von Amazon Ads kennen.

Jetzt das Problem aus Amazons Sicht: Einzeln lassen sich diese Platzierungen kaum verkaufen. Kein Mensch, der auf Performance steuert, bucht freiwillig eine Fläche mit einem Drittel der Conversionrate zum gleichen Gebot. Man würde es testen, die Zahlen sehen und es wieder abstellen.

In einer Black-Box-Kampagne stellt sich diese Frage nicht mehr.

Da gibt es nur noch eine Gesamt-Performance. Und die wird gut aussehen, da bin ich mir ziemlich sicher - Amazon hat alle personenindividuellen Daten und kann die schwachen Plätze mit den starken quersubventionieren. Am Ende steht ein ordentlicher ACoS. Wo genau der herkommt, interessiert die meisten nicht mehr.

Das neue Inventar wird nicht trotz der Black Box monetarisierbar, sondern durch sie.

Ich bin nicht dagegen. Wenn die Automatik am Ende wirklich besser liefert als mein Handbetrieb, dann gehört mein Budget auch dahin.

Takeaway: Amazon erschließt viele Werbeplätze auf einmal - als Vorbereitung für die Black-Box-Monetarisierung. Stell die breiten Defaults ab, solange du ihren Beitrag nicht getrennt messen kannst.

Wenn dir diese Ausgabe was gebracht hat - leite sie an jemanden weiter, der Amazon Ads macht.

Oder teile diesen Link: radar.floriannottorf.com

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Bis zum nächsten Radar - Flo

PS: Antworte einfach auf diese Mail - landet direkt bei mir. Was willst du in der nächsten Ausgabe lesen?